Traumatisierung durch politisierte Medizin

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... Geschlossene Venerologische Stationen in der DDR. Wir, die Klassen MDA17 Gr. 2, MFA17b, MDA16, SAR16b, gsGy17-3, KPH16, ZFA17c, A17, PTA17a und PTA16b waren am 26.10.2017 im Hörsaal der Ruth-Pfau-Schule, um uns eine Vorlesung zum Thema Traumatisierung durch politisierte Medizin anzuhören. Die Vorlesung wurde von Professor Doktor Florian Steger gehalten und begann 9:20 Uhr. Die Vorlesung ging eine Stunde und 20 Minuten und am Ende gab es noch 10 Minuten Zeit, damit wir Fragen stellen konnten.

Uns wurden verschiedene geschlossene Venerologische Stationen (die Venerologie ist die Lehre von den Geschlechtskrankheiten) in der DDR vorgestellt. Professor Steger führte Interviews mit Frauen, die auf diesen Stationen wochen- und monatelang festgehalten wurden. Er machte mit seinen Büchern und Interviews erstmals diese Geschehnisse öffentlich. Prof. Steger erklärte uns die rechtlichen Grundlagen in der DDR, aber auch den Hintergrund des Forschungsprojektes. Er erklärte uns die Funktionen solcher Stationen, wie z.B. die Erziehung zur „sozialistischen Persönlichkeit“. Wir haben außerdem einen Einblick bekommen, was für Patientinnen in solche Stationen kamen – nur ungefähr 30 Prozent der Frauen waren überhaupt mit Geschlechtskrankheiten infiziert - und wie der Tagesablauf aussah. Es gab verschiedene Gründe der Einweisung, welche uns mit Hilfe eines Diagramms dargestellt wurden. In den Einrichtungen wurde Widerstand bestraft, weshalb man da alles mit den Patientinnen machen konnte, um sie für die DDR zu „erziehen“. Am Ende der Vorlesung wurde uns noch erzählt, dass viele Frauen danach traumatisiert waren und wir haben einen Film gesehen, in dem eine Frau darüber berichtete.

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