Pflegefachfrau/Pflegefachmann

Berufscharakteristik

Mit dem Pflegeberufegesetz entstand das neue Berufsbild des Pflegefachmanns/der Pflege-fachfrau. Die neue, generalistische Pflegeausbildung befähigt die Auszubildenden zur Pflege von Menschen aller Altersstufen in allen Versorgungsbereichen. Damit stehen diesen Auszu-bildenden im Berufsleben bessere Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten offen. Aufgrund der automatischen Anerkennung des generalistischen Berufsabschlusses gilt dieser auch in anderen Mitgliedsstaaten der EU.

Im Pflegeberufegesetz werden erstmals Vorbehaltsaufgaben für Pflegefachkräfte definiert, Aufgaben also, die nur Pflegefachfrauen und -männer, Altenpflegerinnen und Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger durchgeführt werden dürfen.

Vorbehaltsaufgaben sind:
  - die Erhebung und Feststellung des Pflegebedarfs,
  - die Organisation, Gestaltung und Steuerung des Pflegeprozesses,
  - die Analyse, Evaluation, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege.

Zur Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz gehören Einsätze in verschiedenen Ausbil-dungseinrichtungen (Krankenhäuser, Pflegeheime, ambulante Dienste etc.). Mit dem Begriff „Träger der praktischen Ausbildung“ wird die Einrichtung bezeichnet, die den Ausbildungsver-trag mit dem oder der Auszubildenden abschließt und damit die Verantwortung für die prakti-sche Ausbildung übernimmt.
Diese Einrichtungen können Träger der praktischen Ausbildung sein:
  - zur Versorgung zugelassene Krankenhäuser,
  - voll- und teilstationäre Pflegeeinrichtungen, die einen Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen abgeschlossen haben,
  - ambulante Pflegedienste, die Versorgungsverträge mit den Pflege- und mit den Krankenkassen abgeschlossen haben.

Der Träger der praktischen Ausbildung schließt mit der oder dem Auszubildenden einen Ausbildungsvertrag und übernimmt damit die Verantwortung für die Durchführung der praktischen Ausbildung.
Zu seinen wesentlichen Aufgaben gehören:
  - die Sicherstellung aller Praxiseinsätze an den anderen praktischen Lernorten,
  - die Sicherstellung der gesamten zeitlich und inhaltlich gegliederten Durchführung der praktischen Ausbildung auf der Grundlage eines Ausbildungsplans.


Ausbildung
Dauer: 3 Jahre (Vollzeitausbildung)

Zugangsbedingungen:
- mittlerer Schulabschluss (oder gleichwertig)
- Hauptschulabschluss (oder gleichwertig), wenn
    o erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer
    o staatlich anerkannter/geprüfter Berufsschulabschluss in einem landesrechtlich geregelten Assistenz- oder Helferberuf in der Pflege von mindestens einjähriger Dauer

 

Unterrichtsfächer und Lernfelder
Berufsübergreifender Bereich:

- Ethik/Religion

Berufsbezogener Bereich:
- Ausbildungsstart – Pflegefachfrau/Pflegefachmann werden
- Zu pflegende Menschen in der Bewegung und Selbstversorgung unterstützen
- Erste Pflegerfahrungen reflektieren – verständigungsorientiert kommunizieren
- Gesundheit fördern und präventiv handeln
- Menschen in kurativen Prozessen pflegerisch unterstützen und Patientensicherheit stär-ken
- In Akutsituationen sicher handeln
- Rehabilitatives Pflegehandeln im interprofessionellen Team
- Menschen in kritischen Lebenssituationen und in der letzten Lebensphase begleiten
- Menschen in der Lebensgestaltung lebensweltorientiert unterstützen
- Entwicklung und Gesundheit in Kindheit und Jugend in Pflegesituationen fördern
- Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen und kognitiven Beeinträchtigungen personenzentriert und lebensweltbezogen unterstützen
- Wahlpflichtbereich

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