Verteilung der Lebensmittel läuft

16.01.2014, Nachricht von Frau Dr. Pfau:

"Lieber Herr Bidmon,
also das Drama ist im vollen Gange: 6 Container haben die Flut von Säcken über das erwartungsvolle Empfangs-Komitee der Mitarbeiter ergossen. Wir haben sehr erfahrene Mitarbeiter, die bereits während der vergangenen 3 Erdbeben, und der 2 Überschwemmungen mit der Verteilung von Lebensmitteln sich einen Namen gemacht haben, und die haben die Umpackung in Verbraucherpakete effektiv in die Hände genommen.

Wir haben den Vorrat nicht im Krankenhaus gestapelt, sondern in unserem Studentenheim, um unseren Patienten nicht zu viel Hoffnung zu machen – alle können wir ja doch nicht versorgen.

Jetzt haben wir festgelegt, wer wieviel und was bekommt:
Erst unsere kinderreichen Mitarbeiter, dann die Leprapatienten, deren Eingliederung in die Gemeinschaft noch nicht abgeschlossen ist, 10 Pakete werden wir in der Sozialabteilung aufheben, für Patienten in Notsituationen insgesamt 130 Pakete: Dann können wir noch 100 Familien mit Lebensmittel für je einen Monat versorgen, und die werden wir unter den Leibeigenen in Sindh aussuchen, Familien mit behinderten Kindern oder alten Menschen.

Gestern habe ich mich dem Team für einige Zeit angeschlossen, das weißen Bohnen, Linsen, das Mehl, Zucker, Milchpulver abpackten. Ich habe es so oft gesehen, dass Hilfsorganisationen die Polizei mit einschalten mussten, um den Mob zu kontrollieren. Für MALC wird es von Freiwilligen getan, und wir verhüten eben prinzipiell jede Publizität.

Und jeder weiß, dass es in MALC nicht in falsche Kanäle fließt.

Morgen werden wir mit der ersten Ladung nach Sindh fahren, ich werde Ihnen dann den Bericht schickten. Für die Verteilung  unter den Mitarbeitern hat sich der Betriebsrat bereiterklärt

Diese Mail nur, um Sie rasch wissen zu lassen, dass alles gut hier angekommen ist, und wir in keiner Weise das Chaos haben, das ich befürchtet hatte, wegen der Menge. Da wir alles rasch an den Mann bringen werden, werden weder  Insekten, noch die Ratten, noch die Diebe eine Chance bekommen.

Ursprünglich haben wir von 350 Familien gesprochen, aber dann haben wir die Mehlquota doch erhöht, weil die Grundnahrungsmittel so teuer geworden sind, und die Familien wenigsten einen Mont von der Ration leben sollen können.

Genug für heute. Wir melden uns bald wieder. Ihre Ruth Pfau und Almas.

Bitte sagen Sie von Herzen Dank an alle, die diesen unglaublichen Transport organisiert und auf den Weg gebracht haben."

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