Einblick in eine fremde Welt

Montagmorgen in der Leipziger Innenstadt. Wir, die Projektgruppe „Zeit schenken für andere“, machte ihrem Namen alle Ehre und schenkte Obdachlosen, ihren Tieren und Hilfsstätten wertvolle, herzliche Zeit und sie uns glücklicherweise auch.

Unsere Gruppe teilte sich in kleinere Gruppen auf. Die einen gingen hoch motiviert mit gesunden Lebensmitteln und ein paar Cent in der Tasche direkt zu den Obdachlosen. Die anderen Projektmitglieder befragten fragengeleitet die Leipziger Mitmenschen zum Thema „Obdachlosigkeit“. Jeder von uns ging mit einem gemischten Bauchgefühl an den Tag und die bevorstehenden Situationen heran. Bei dem einen bestätigte sich das mulmige Bauchgefühl nach den ersten Passantenbefragungen zum Thema, die anderen zeigten sich überrascht und umgänglich beim Umgang mit Betroffenen und Helfenden. Besonders erschreckend und interessant zugleich waren die Vorurteile der einzelnen Mitmenschen zum „Leben auf der Straße“.

Positiv überrascht zeigte sich die Gruppe, welche die Einrichtung „Tante – E“ besuchte. In dieser Einrichtung werden Duschen und Lebensmittel ehrenamtlich und mithilfe von Sponsoren wie z. B. Globus zur Verfügung stellt. Offenheit, Geduld und Herzlichkeit sowie starke Bindungen begegneten ihnen hier. Herzzerreißend waren die einzelnen, von großer Bedeutung geprägten Schicksale der Obdachlosen. Viele von ihnen standen mitten im Leben bis sich durch schwierige Einwirkungen das Leben gravierend änderte. Der Großteil von ihnen besitzt einen besten Freund, ein Stück Familie auf vier Pfoten. Für die Hunde wird – bis auf traurige, jedoch verhinderbare Ausnahmen - gesorgt. Von kostenfreien Impfungen bis hin zu gespendetem Futter und Decken, so dass auch für das Wohl der Tiere gesorgt ist, ist alles dabei. Was jedoch nichts daran ändert, dass das alles für Tier und Mensch zugleich traurig ist und wir – wenn wir ehrlich sind – aufgrund der bestehenden Gesetze und Angebote solche Lebensumstände verhindern können, würde sich jeder mit genug Solidarität und Sensibilität an solchen Themen beteiligen. Für ein paar Stunden gelang es jedem von uns, einen Einblick zu erhalten und wir hoffen sehr, dass wir euch mithilfe des Beitrags einen kleinen Ausschnitt aus unserem Projekttag geben konnten. Ein Tag, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird und uns wieder einmal gezeigt hat, dass wir schätzen und glücklich sein sollten über das, was wir besitzen.

Vielleicht reagiert ihr ja jetzt auch anders, wenn ihr das nächste Mal an einem Obdachlosen, mit oder ohne vierpfotigen Freund - hoffentlich nicht nur - vorbeigeht?

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